Parodontologie

Parodontitis ist für Patienten ab dem 50. Lebensjahr die häufigste Ursache für Zahnverlust und kann demnach als Volkskrankheit bezeichnet werden. Der Begriff Parodontitis steht für eine chronische bakterielle Entzündung des Zahnhalteapparates. Es handelt sich um eine multifaktorielle Erkrankung, die durch bestimmte Mikroorganismen verursacht und durch genetische und Umweltfaktoren beeinflusst wird. Zu den Risikofaktoren gehören unter anderem Rauchen, Diabetes mellitus und allgemeine Abwehrschwächung. Eine Gingivitis (Zahnfleischentzündung) geht fast immer einer Parodontitis voraus und entwickelt sich durch mangelhafte Mundhygiene innerhalb von 2-3 Wochen. Infolge der eintretenden Entzündung lässt sich eine Rötung und Schwellung des Zahnfleisches beobachten. Durch Fortbestehen der Entzündung kann sich nun eine Parodontitis entwickeln, bei der es neben der Zerstörung des Bindegewebeapparates zu einem Knochenabbau bis hin zum Zahnverlust kommen kann. Therapeutisch stehen zunächst die Beseitigung der Plaque und des Zahnsteins im Vordergrund (siehe Prophylaxe) sowie die Optimierung der richtigen Zahnputztechnik und Zahnzwischenraumpflege. Im weiteren Verlauf schließt sich die Reinigung der nicht zugänglichen Wurzeloberflächen im Bereich der Zahnfleischtaschen an. Dies geschieht in unserer Praxis sowohl mittels speziell geformter Handinstrumente (Küretten) als auch unter Zuhilfenahme eines ultraschallbetriebenen Gerätes (EMS-Piezon und Tigon+). Mit Hilfe der ultraschallbetriebenen Geräte lassen sich auch antibakterielle Spüllösungen bis an den Boden der Zahnfleischtasche applizieren. Bei sehr tiefen Zahnfleischtaschen kann zusätzlich ein chirurgischer Eingriff nötig sein zur Reinigung der Wurzeloberflächen unter Sicht und eventueller Auffüllung des Knochendefektes mittels Knochenersatzmaterialien (Guided Bone Regeneration) oder Abdeckung mittels einer Membran (Guides Tissue Regeneration). Bei besonders aggressiven Verlaufsformen ist unter Umständen eine Antibiotikagabe von Nöten. Zu unserer Routineuntersuchung gehört die Erhebung des Parodontalen Screening Index (PSI), um eine bestehende Parodontitis rechtzeitig diagnostizieren und therapieren zu können und somit einem eventuellen Zahnverlust entgegen wirken zu können. Dafür steht ihnen ein speziell ausgebildetes Ärzteteam unter der Führung des ehemaligen Oberarztes und Leiters der Abteilung für Parodontologie an der Universitätszahnklinik Bonn Dr. Alexandridis zur Verfügung.